Snacks bei Übergewicht: magere Wahl und kluges Rechnen für deinen Hund

Snacks bei Übergewicht: magere Wahl und kluges Rechnen für deinen Hund

Kurze Antwort: Ein Hund mit Übergewicht darf weiterhin Snacks bekommen, wenn du kleine Stücke gibst, magere Sorten wählst und die Snacks von der Tagesration abziehst. Laut unseren Etiketten sind Lungen-Trainer, Ochsenziemer-Enden, Rinderohren und die meiste Fischhaut mager, während Schafsfettwürfel, Fleischwürfel, Schweineohren und Hühnerfüße viel Fett enthalten. Sprich bei deutlichem Übergewicht zuerst mit deinem Tierarzt über einen passenden Abnehmplan.

Darf ein Hund mit Übergewicht noch Snacks bekommen?

Ja. Snacks ganz zu streichen ist meist nicht nötig und macht Training und Belohnen schwierig. Worauf es ankommt: Die Snacks kommen nicht zusätzlich zum normalen Futter, sondern ersetzen einen Teil davon. Wähle dabei Snacks mit wenig Fett und mach die Stücke klein. Ein Hund schmeckt ein erbsengroßes Stück genauso gut wie ein großes.

Bist du nicht sicher, ob dein Hund zu schwer ist, prüfe, ob du seine Rippen noch leicht fühlen kannst, ohne zu drücken, und ob er von oben gesehen eine Taille hat. Im Zweifel wiegt und beurteilt ihn dein Tierarzt, und ihr könnt gemeinsam ein Ziel vereinbaren.

Warum Fett den Unterschied macht

Fett liefert pro Gramm etwa doppelt so viel Energie wie Eiweiß. Ein fetter Snack zählt dadurch viel stärker als ein magerer Snack mit demselben Gewicht. Auf dem Etikett jedes Snacks steht das Rohfett als Prozentwert. Dieser Wert schwankt von Charge zu Charge, maßgeblich ist also das Etikett auf deiner Packung. Er ist ein praktisches Maß, um Snacks miteinander zu vergleichen, auch ohne Kilokalorien auszurechnen. Zwei Snacks mit demselben Gewicht können sich deutlich darin unterscheiden, wie viel Energie sie deinem Hund liefern.

Welche Snacks sind mager und welche fett?

Wir haben die Etiketten unserer eigenen Snacks verglichen. Die Tabelle teilt sie nach Rohfett laut Etikett ein.

GruppeRohfett laut unserem EtikettBeispiele aus unserem SortimentPasst bei Übergewicht
MagerBis etwa 5 ProzentCanis Rinderlungen-Trainer, Canis Ochsenziemer-Enden, Canis Rinderohren ohne Knorpel, Canis Rotbarschhaut, Canis Pferdeluftröhre GesägtJa, in kleinen Stücken
MittelEtwa 5 bis 15 ProzentCanis Rinderkopfhaut-Rolle, Canis Kabeljauhaut, Canis Take & Break mit HuhnIn Maßen
FettEtwa 15 bis 40 ProzentCanis Hühnerfüße Weiß, Canis Schweineohr mittel, Canis Ziegenkopfhaut, Canis LammohrenAb und zu
Sehr fettMehr als 40 ProzentCanis Fleischwürfel Lamm, Canis Schafsfettwürfel Natur, Canis Schweine-SpaghettiLieber nicht

Zwei Dinge fallen auf. Erstens sind Snacks aus Lunge, Ziemer und Fischhaut laut unseren Etiketten fast alle mager. Zweitens sagt die Tierart wenig: Rinderohren ohne Knorpel enthalten etwa 2 Prozent Fett, während Lamm- und Ziegenohren um die 30 Prozent liegen. Schau also pro Produkt aufs Etikett, nicht nur auf das Tier.

Wie rechnest du Snacks in die Tagesration ein?

Für alle Snacks zusammen gilt als Faustregel etwa 10 Prozent der täglichen Energie. Bei einem Hund, der abnehmen muss, hältst du diese Grenze streng ein und ziehst die Snacks vom normalen Futter ab. So machst du das in der Praxis:

  • Wieg das Trockenfutter: Miss die Tagesration ab, statt zu schöpfen, damit du weißt, wo du stehst.
  • Leg Snacks beiseite: Leg morgens die Snacks des Tages in eine Schale. Ist die Schale leer, ist Schluss.
  • Tauschen statt hinzufügen: Gibst du einen Snack, gib etwas weniger Trockenfutter.
  • Nutze Trockenfutter als Belohnung: Für leichte Übungen kannst du einen Teil der Tagesration als Belohnung geben.
  • Wieg wöchentlich: auf derselben Waage, zur selben Tageszeit. So siehst du, ob es wirkt.
  • Sprich es mit der ganzen Familie ab: Viele Extras kommen von Mitbewohnern und Besuch. Eine Schale Snacks pro Tag für alle zusammen verhindert doppeltes Belohnen.

Wie du das Snackbudget für deinen Hund berechnest, liest du unter wie viele Snacks darf ein Hund pro Tag bekommen.

Trainieren mit kleinen Stücken

Für Hunde, die abnehmen müssen, sind magere Trainingssnacks ideal: Du kannst oft belohnen, ohne dass es viel Energie kostet. Schneide Rinderlunge in erbsengroße Würfel oder nimm Ochsenziemer-Enden und kleine Stücke Fischhaut. Mehr Auswahl findest du bei den Trainingssnacks. Ein langer Kausnack geht auch, solange du ihn einrechnest: Ein großer Ziemer oder eine Kopfhautrolle ist nahrhaft und ersetzt dann einen Teil einer Mahlzeit.

Welcher Kausnack für einen Hund auf Diät?

Kauen ist für Hunde wichtig und muss bei einer Diät nicht wegfallen. Es hilft deinem Hund, zur Ruhe zu kommen, und ein Hund auf Diät braucht diesen Ruhemoment genauso wie ein Hund, der nichts abnehmen muss. Wähle dann einen mageren Kausnack, der lange hält, etwa ein Stück Fischhaut oder eine Luftröhre. Laut unseren Etiketten ist Fischhaut von Rotbarsch und Kabeljau fettarm und Luftröhre vom Pferd mager; Luftröhre vom Lamm ist dagegen fett. Sehr harte Kauartikel wie Geweih enthalten laut Etikett kaum Fett, passen aber nur zu ruhigen Knabberern mit gesundem Gebiss.

Tipp von Ingrid: Füll eine Schnüffelmatte oder einen Futterball mit einem Teil des normalen Trockenfutters statt mit zusätzlichen Snacks. Dein Hund ist lange beschäftigt, und es kostet keine zusätzliche Energie.

Häufige Fragen

Welche Snacks sind am magersten?

Laut unseren Etiketten Lungen-Trainer, Ochsenziemer-Enden, Rinderohren ohne Knorpel und Fischhaut von Rotbarsch und Kabeljau, alle um oder unter 5 Prozent Rohfett.

Sind Fischsnacks gut für einen Hund mit Übergewicht?

Fischhaut von magerem Fisch wie Kabeljau und Rotbarsch ja. Lachshaut und fette Fischchen wie Sprotten enthalten mehr Fett; schau aufs Etikett.

Wie viel darf mein Hund pro Woche abnehmen?

Das hängt von seinem Gewicht und seiner Gesundheit ab. Frag deinen Tierarzt nach einem Ziel und einem Tempo, und wieg wöchentlich.

Darf ein Hund auf Diät noch einen Kausnack bekommen?

Ja, wähle eine magere Sorte wie Fischhaut oder Pferdeluftröhre und rechne sie in das Futter des Tages ein.

Sind Gemüse und Obst eine gute Alternative?

Manche Hunde mögen ein Stück Gurke oder Karotte. Gib nie Weintrauben, Rosinen, Zwiebeln oder Avocado, und sprich im Zweifel mit deinem Tierarzt.

Quellen

  • WSAVA Global Nutrition Committee, Global Nutrition Guidelines (Snacks höchstens etwa 10 Prozent der täglichen Energie, Körperkondition)
  • LICG, Honden (Pflege und Ernährung von Hunden, auf Niederländisch)

Über die Autorin
Ingrid Kooijman ist Gründerin von Canis Snacks. Sie wählt natürliche Hundesnacks aus einer einzigen Eiweißquelle aus, verkauft sie online und auf Märkten in Brabant und beantwortet täglich Fragen von Hundehaltern zu Fütterung und Kausnacks. Fragen zu diesem Artikel? Schreib an info@canissnacks.com.